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Samstag, 25. November 2017

Einsätze 2015

303/2015 Dachstuhlbrand

Einsatzdaten
Einsatzzeit25.12.2015 17:51 Uhr
EinsatzortWestermühlstraße
EinsatzartGroßfeuer
VollalarmVollalarm

Drei verletzte Bewohner, ein Sachschaden in Millionenhöhe, stundenlange Löscharbeiten der Feuerwehr München und ein nicht mehr bewohnbares Gebäude sind die vorläufige Bilanz eines Dachstuhlbrandes in einem Mehrfamilienhaus in der Westermühlstraße.

Kurz vor halb sechs am Abend des 25. Dezember gingen in der Leitstelle München parallel mehrere Anrufe zu einem Zimmerbrand im fünften Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses ein. Die erstanrückenden Einsatzkräfte wurden von einem der Bewohner aus der Wohnung erwartet, in dem das Feuer ausbrach. Drei weitere Mieter der Brandwohnung wurden durch die Feuerwehr aus dem Gebäude begleitet und dem Rettungsdienst zur Behandlung der Rauchgasvergiftungen und einen späteren Transport in Münchner Kliniken übergeben.

Schnell stellten die Einsatzkräfte fest, dass sich der Brand bereits nicht mehr auf die Wohnung im Dachgeschoss beschränkte sondern schon auf den Speicher und die komplette Hauslänge ausgebreitet hatte. Sofort wurden zu den eingeleiteten Löschmaßnahmen weitere Einheiten nachalarmiert. An der Straßenseite wurde zwei, von der Hinterhofseite eine Drehleiter in Stellung gebracht, um die Flammen zu löschen. Hierzu wurde die Dachhaut mit Einreißwerkzeug und Kettensägen geöffnet. Im Laufe der Löschmaßnahmen kam auch die Hubrettungsbühne zum Einsatz.

Die Einsatzkräfte, die von innen über das Treppenhaus zum Brandherd vorgingen, konnten nur bedingt Löscharbeit leisten, da ihnen der Zugang zu dem Dachboden in der Anfangsphase des Brandes nicht möglich war. Während der Löscharbeiten wurden die Bewohner des gesamten Gebäudes aus dem Haus gebracht. Für sie bestand keine Gefahr, aber im Zuge der Maßnahmen der Feuerwehr wurden sowohl die Gas- als auch Stromzufuhr abgeschaltet, da sie durch den Brand erheblich beschädigt wurden.

Nach dem die Flammen gelöscht waren, musste mit erheblichem Aufwand das komplette Dachgeschoss von innen und außen auf Brandherde untersucht werden. Hier übernahm die Höhenrettungsgruppe die Maßnahmen von außen, während im Innenbereich die Feuerwehr und das THW einen eigens herbeigeholten Statiker bei der Einschätzung der strukturellen Schäden unterstützte. Mehrere Decken unterhalb des Brandgeschosses waren so stark vom Brand in Mitleidenschaft gezogen, dass sie abgestützt werden mussten. Die immensen Schäden beschränkten sich nicht nur auf das Objekt. Auch mehrere Fahrzeuge, die vor dem Gebäude abgestellt waren, wurden durch herabfallende Dachteile beschädigt. Die Löschmaßnahmen zogen sich bis in die frühen Morgenstunden.

Durch den herabgedrückten Brandrauch, der sich in der Innenstadt verteilte, wurde auch ein Feuerwehreinsatz im Nationaltheater ausgelöst, was sich aber glücklicherweise schnell als Fehleinsatz aufklären ließ. Selbst am Vormittag des darauf folgenden Tages waren Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort und führen eine Brandwache durch um sicherzustellen, dass kein Brand- oder Glutnest übersehen wurde.

Noch während der Löschmaßnahmen haben die Brandermittler der Polizei ihre Arbeit zur Klärung der Ursache begonnen. Am 26. Dezember haben mehrere Bausachverständige die Schäden am Gebäude intensiv begutachtet. Gemeinsam mit den Gebäudeeigentümern und der Feuerwehr wird dann das weiter Vorgehen, die Entscheidung ob die Mieter in ihre Wohnungen dürfen und anfallende Sicherungsmaßnahmen abgestimmt. [bfm]

Die Abteilung Sendling stellte die Atemschutz-Rettungsstaffel, war mit vier Trupps unter Atemschutz im Innenangriff und mit zwei Trupps bei der Beseitigung von Löschwasserschäden tätig.

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