Der richtige Notruf
Die sechs W, die Leben retten können. Das sind die ersten Fragen der Feuerwehr, wenn Sie einen Notruf absetzen:
- Wer ruft an?
Nennen Sie Ihren Vor- und Familiennamen. - Was ist passiert?
Beschreiben Sie was passiert ist, z. B. Verkehrsunfall, Feuer, Brandgeruch, Person bewusstlos usw. - Wo ist es passiert?
Nennen Sie Ort/Ortsteil, Straßenname mit Hausnummer, Firmenname/Familienname an der Klingel, ggf. Stockwerk. Bei Autobahnen und Bundesstraßen Kilometer und Richtungsangaben mitteilen. - Wieviele Personen sind betroffen?
Damit genügend Kräfte z. B. Rettungswagen mitgeschickt werden können. - Welche Verletzungen?
Versuchen Sie die Art der Verletzung/Erkrankung mitzuteilen. - Warten auf Rückfragen!
Der Mitarbeiter in der Leitstelle beendet das Gespräch, legen Sie nicht von sich aus auf.
Notruf über Mobiltelefon (Handy)
Seit dem 1. Juli 2009 gelten in Deutschland die geänderten Bestimmungen der Notrufverordnung im Telekommunikationsgesetz. Wir haben für Sie die wichtigsten Fragen und Antworten rund um den Notruf 112 am Handy zusammengefasst.
Kann ich mit einem Handy ohne SIM-Karte den Notruf wählen?
Nein, dies ist seit 01.07.2009 nicht mehr möglich. Nur bei eingelegter und nicht gesperrter SIM-Karte kann der Notruf gewählt werden.
Kann ich mit einem Prepaid-Handy ohne Guthaben den Notruf erreichen?
Prüfen Sie, ob das Handy angerufen werden kann. Wenn ja, können auch Notrufe abgesetzt werden.
Muss ich zum Wählen des Notrufs an einem ausgeschalteten Handy die PIN zum Einschalten kennen?
Nein, der Notruf ist auch ohne PIN und bei aktiver Tastatursperre möglich.
Funktioniert der Notruf auch im europäischen Ausland?
Ja, mittlerweile ist der Notruf 112 in allen Mitgliedsstaaten der EU im Festnetz und Mobilfunknetz verwendbar. Der Notruf wird automatisch mit der nächsten Leitstelle verbunden, auch in Ländern ohne Roaming-Abkommen.
Kann ich in der Münchner U-Bahn mit dem Handy einen Notruf absetzen?
Mittlerweile kann in den Zügen der Linien U4/U5 zwischen Theresienwiese und Odeonsplatz, der Linien U3/U6 zwischen Sendlinger Tor und Münchner Freiheit (U3) bzw. Garching Forschungszentrum (U6) und der Linien U1/U2 zwischen Hauptbahnhof und Sendlinger Tor (U1) bzw. Messestadt Ost (U2) mit dem Handy telefoniert werden. Ebenso in allen an diesen Strecken liegenden Bahnhöfen. Neben GSM ist auch UMTS-Empfang möglich. Die Versorgung soll bis Ende 2011 auf das gesamte U-Bahnnetz ausgeweitet werden.
Bitte verwenden Sie im Notfall jedoch zunächst die Notrufeinrichtungen in den Bahnhöfen und Zügen, weil die Ortung in diesem Fall wesentlich schneller und exakter möglich ist.
Was kann ich machen, wenn ich kein Netz oder sehr schlechten Empfang habe?
Wenn das bisher verwendete Netz nicht verfügbar ist, schalten Sie das Handy aus und wieder ein und geben Sie statt der PIN gleich die Notrufnummer 112 ein. Besteht dennoch kein Empfang, wechseln Sie den Standort und wählen Sie in regelmäßigen Abständen den Notruf.
Wie kann ich einen Notruf im öffentlichen Raum ohne Handy absetzen?
Alle bisherigen Möglichkeiten stehen weiterhin kostenlos zur Verfügung. So zum Beispiel in jeder Telefonzelle ohne Geldeinwurf und Telefonkarte, an Notrufsäulen der Autobahnen und manchen Bundesstraßen und auf Bahnsteigen in Bahnhöfen.
Muss ich etwas beachten, wenn ich mein gebrauchtes Handy weiter verkaufe?
Ja. Jede SIM-Karte ist nach dem Kauf durch die IMSI-Nummer personalisiert. Lassen Sie beim Weiterverkauf eines Handys mit SIM-Karte diese personenbezogenen Daten bei Ihrem Mobilfunk-Anbieter umschreiben, sodass im Notfall der korrekte Handy-Halter ermittelt werden kann.
Wichtig ist in jedem Fall beim Absetzen eines
Notruf mittels Mobiltelefon, dass Sie Ihren Standort möglichst genau beschreiben, um schnelle Hilfe zu erhalten. Wenn Sie aufgrund eigener Verletzung keine weiteren Angaben zu Ihrer Position machen können, ist es der Leitstelle in eingeschränktem Umfang auch möglich, eine Handy-Ortung durchzuführen.
Eine verbesserte Ortung bietet der von der Björn Steiger Stiftung betriebene Dienst LifeService 112. Mit der LifeSensor Notfallakte besteht darüber hinaus die Möglichkeit, für eine Handy-Rufnummer die Patientendaten des Handy-Besitzers zu hinterlegen, so dass bei einem Notfall-Einsatz bereits medizinische Daten z. B. über Allergien oder Medikamenteneinnahme vorliegen.
Weitere Informationen:
www.lifesensor.com



