Brand in sechsstöckigem Wohn- und Geschäftshaus

Im Stadtteil Sendling ist am Dienstagabend ein Appartement in der Plinganserstraße durch einen Brand vollständig zerstört worden.

DatumUhrzeitOrtMeldungAbt.
24.04.201821:29PlinganserstraßeZimmerbrandSE

Anrufer meldeten Feuer und eine starke Rauchentwicklung. Beim Eintreffen erwarteten bereits 15 Bewohner die Einsatzkräfte, während dichter, schwarzer Rauch aus dem Treppenhausfenster im fünften Obergeschoss trat. Da sich der Bewohner der Schadwohnung unter den Wartenden befand, konnte dem Einsatzleiter das Appartement im ersten Obergeschoss, als Brandwohnung genannt werden.

Während die Freiwillige Feuerwehr München, Abteilung Sendling die Löschmaßnahmen über das Treppenhaus einleitete, verschafften sich die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr über den Balkon Zugang zur Wohnung. Beide Trupps waren mit Atemschutz und einem C-Rohr ausgestattet. Ein weiterer Atemschutztrupp durchsuchte das verrauchte Treppenhaus. Eine Person wurde dabei mit einer Fluchthaube ins Freie gerettet. Eine zweite Person flüchtete selbstständig, durch das verrauchte Treppenhaus aus dem Gebäude. Diese wurde vom Rettungsdienst mit dem Verdacht einer Rauchgasvergiftung in ein Münchner Krankenhaus gebracht. Insgesamt mussten drei Personen vom Rettungsdienst untersucht werden.

Nach den Löscharbeiten wurden alle Wohnungen auf Rauchfreiheit kontrolliert und die angrenzenden, verrauchten Wohnungen mit einem Hochleistungslüfter belüftet. Die wartenden Bewohner konnten anschließend alle, bis auf den Bewohner der Brandwohnung, wieder in ihre Wohnungen zurück. Für die Dauer des Einsatzes mussten Busse der Münchner Verkehrsgesellschaft umgeleitet werden.

Der Sachschaden kann von der Feuerwehr nicht beziffert werden. Das Fachkommissariat der Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Hintergrund

Ursache für den Brand war die Trennung einer mehrjährigen Lebensbeziehung zwischen einem 56-jährigen Münchner und der 53-jährigen Wohnungsmieterin in der Plinganserstraße.

Im Laufe dieses Streits verteilte der Ex-Freund seine Kleidung im Wohnzimmer und auf den Balkon der Wohnung, überschüttete diese mit Feuerzeugbenzin und zündete das Ganze an.

Nachdem der Brand schnell an Größe zunahm und dem 56-Jährigen aus den Händen glitt, rief er die Feuerwehr um Hilfe. Danach warnte er anwesende Hausbewohner vor der Gefahr und begab sich auf die Straße, um die Feuerwehr einzuweisen. Dazu öffnete er auch noch das Tor zum Hinterhof, um eine bessere Anfahrt der Löschfahrzeuge zu gewährleisten.

Einer am Brandort vorbeifahrenden Polizeistreife stellte er sich freiwillig mit den Worten: „Ich habe das gemacht!“.